Der hier dargestellte Fall zeigt einen Mann, der einen Schlaganfall
erlitten hat. Bei ihm hat sich eine Thrombose in einer Vene im Bein
gebildet. Von dort hat sich ein kleines Gerinnsel gelöst und ist durch
ein kleines normalerweise völlig unbedeutendes Loch in der Scheidewand
der beiden Herzvorhöfe in die Arterien gelangt und von dort in das Gehirn,
wo es eine Arterie verstopft hat. Die daraus resultierende Blutarmut
im Gehirn (Ischämie) führte zu einer Unterversorgung des Gehirns mit
Sauerstoff, was zum Absterben der Nervenzellen (Hirninfarkt) und zu
den beschriebenen Symptomen führte. In einigen leider noch sehr wenigen
Fällen (ca. 5-7 %) kann man versuchen, das Gerinnsel aufzulösen. Wenn
dies gelingt, hat man eine höhere Chance auf schnelle und bessere Heilung.
Ein entscheidender Faktor für das Gelingen ist das Zeitintervall, das
zwischen dem erstmaligen Auftreten der Symptome und dem Eintreffen im
Krankenhaus liegt. Dauert es länger als 3 Stunden, bis der Patient im
Krankenhaus ist, ist die Gefahr von erheblichen Nebenwirkungen, vor
allem massiven Hirnblutungen zu groß. Dann darf diese Therapie nicht
mehr durchgeführt werden. Diese sogenannte Thrombolysetherapie ist erst
seit kurzem offiziell als Schlaganfalltherapie zugelassen. Sie ist aber
leider keine "magische Waffe" gegen den Schlaganfall an sich, da die
möglichen Nebenwirkungen erheblich sein können, muß die Indikation sehr
streng gestellt werden. Das heißt, nur in Fällen, bei denen die Wahrscheinlichkeit
gravierender Nebenwirkungen gering ist, darf diese Therapie angewendet
werden.